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Ladomat 2000 Egoexpress – We Do Wie Du / Hot Wire My Heart

We Do Wie Du / Hot Wire My Heart

Doppel-CD - 2186-2

out May 06

about Egoexpress

Entschuldigung, ich muss gleich zu Beginn mal was klauen: die schönen Wörter „Dampfwälzer“ und „Hit-Dampfwalzen“ nämlich. Sie stammen eigentlich vom drittbesten Sänger Deutschlands, Andreas Dorau, und sind auf dessen formidable Platte „Ich bin der eine von uns beiden“ gemünzt. Aber was will man machen, wenn sich auch die Stücke auf den beiden neuen Egoexpress-Alben nicht treffender charakterisieren ließen als mit genau diesen Begriffen: Dampfwälzer und Hit-Dampfwalzen?

Es sind natürlich Dampfwälzer und Hit-Dampfwalzen in einem anderen, Egoexpress‘schen Sinne. Denn Mense Reents und Jimi Siebels aus Hamburg machen – tja, was machen sie eigentlich? „Oh my God, it’s techno music!“, sagt die Stimme in KNARTZ 4, und so darf man es wohl wirklich nennen. Aber Reents und Siebels sind keine Roboterköpfe, deshalb können bei ihnen locker fünf Jahre vergehen, bis die Zeit wieder reif ist für ein Album – es gibt ja noch genug andere Musik, die gehört oder erfunden werden will. Und wenn es dann endlich so weit ist, wird schon mal ein Stück in Nullkommanichts aus dem Ärmel geschüttelt, zwischen vier und acht Uhr morgens, denn was bei Egoexpress zählt, ist eben das Jetzt, und wat mutt, dat mutt.

HOT WIRE MY HEART, im Spätsommer 2005 bereits als eigenständige Platte veröffentlicht, ist eine Liebeserklärung: an den Club, an diese Augenblicke, in denen man sich im roten Bereich bewegt, an die Dramaturgie fulminanter Vierviertelnächte, zu denen immer auch die Stunden davor und danach gehören.

WE DO WIE DU ist das Nachbeben zu dieser Platte. Die Tracks sind in den Wochen und Monaten nach der Veröffentlichung von HOT WIRE MY HEART entstanden oder durch den Remixer gedreht worden, zum Teil sind sie in etwas anderer Form auch auf so genannten Maxi-Singles erhältlich. Im Großen und Ganzen geht es hier weniger wuchtig zu und, sagen wir ruhig: psychedelischer. Aber trotzdem ist wieder mal alles da, was das Egoexpress-Süppchen so eigen macht: die schönen Brüche etwa, die sich – wie das JaKönigJa-Stück DON’T PRAY WHERE YOU SLAY auf halber Strecke – so mir nix, dir nix einschleichen, wenn man sie gerade gar nicht erwartet; diese komischen Textbausteine, die nachts mehr bedeuten als am Tage; der Spaß am formensprengenden Exzess, der auch in den nicht so lauten Momenten immer wieder durchschimmert; die Liebe zu Zwergenmusik, die auch in den nicht gerade leisen Momenten immer wieder durchschimmert; oder der belustigte Blick auf sich selbst: In FOOL OF THE NEW CITY zum Beispiel geht es darum, wie quasi direkt vor der Haustür des Narren Mense Reents eine dicke neue HafenCity wächst, ohne dass er es in seiner kleinen, subkulturellen Nische so recht gewahr wird.

Und dann ist da natürlich noch diese spezielle Energie, die durch die Reibung zwischen vermeintlichen Gegensätzen entsteht. Alles fügt sich auf HOT WIRE MY HEART und WE DO WIE DU vortrefflich zusammen: Kanten und Rundungen. Schwitzen und sophistication. Befreiendes Bollern und feinstoffliches Flirren. Geradlinigkeit und Über-sich-selbst-stolpern. Fünf Jahre Abwarten und vier Stunden Rausch. Mathew Jonson und Sonic Youth. Detroit und Ostfriesland. Cracker mit Käse und … Na gut, Schluss jetzt.

Obwohl: Habe ich schon erwähnt, dass dies hier Dampfwälzer und Hit-Dampfwalzen sind? Man muss das einfach so sagen. So, und jetzt los, worauf warten wir noch?

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