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Wer ist Remute?

Remute ist Denis Karimani und das, was man musikalisch mit elektronischen Mitteln zu leisten imstande ist.

Und das nicht nur in kleinen Dosierungen: Nach seinem 2002er Erstling “Hypnoconsole” auf “Dekathlon Records” (dem Label von Florian Senfter alias ZombieNation), vielen weiteren 12“-Veröffentlichungen auf ausgewählten Labels wie “Areal”, “Traum/Trapez/MBF”, “Dial” oder auch “Weave” und Remixen für Könner wie Dominik Eulberg, Solar oder DNCN beweist der gerade einmal 22-jährige Hamburger nun auf seinem Debüt für Ladomat beeindruckend, dass seine Musik auch in Albumlänge stets in Bewegung und voller morphender Elemente und Emotionen ist.
Trotzdem verliert Remute nie den roten Faden, denn was seine Tracks allesamt gemein haben, ist die Liebe zum Detail und der Drang, auch ohne viele Worte Geschichten zu erzählen. Geschichten, die genauso anders sind wie seine Liveauftritte. Die wollen wie eine Achterbahn der Gefühle sein: Nicht nur (aber auch) ein großes Rave-Erlebnis, sondern vor allem mit den besonderen “Weißt du noch?”-Momenten, die hängen bleiben, wenn der große Rausch lange vorbei ist. Dass das nicht nur blanke Theorie ist, beweist Remutes regelmäßiges Auftauchen in den Polls der Magazine, wenn die besten Liveacts des Jahres gekürt werden.
Im ersten Moment mag man auf seinem Album die bekannten Koordinaten Techno, House oder Electro ausmachen, doch wer danach Remute vorschnell in altbekannte Schemata pressen will, hat nicht richtig hingehört:
Hier tobt sich jemand so richtig aus und formt aus verschiedensten Einflüssen und Stimmungen einen Wirbelsturm der Gefühle, der mitreißt, gerade weil man nie genau wissen kann, was als Nächstes passiert: Geradlinige Minimal-House-Tracks mutieren zu zerhackten Disco-Orgien, spröde Techno-Avancen treffen auf robotisierte Stimmen, die Trubel in der Stereo-Summe verbreiten, und was wie ein unterkühlt wirkender Electro-Track anfängt, mag in einer herzzerreißenden Hymne gegen die Traurigkeit aufgehen.

Schubladen gibt es dafür keine, aber wenn das einzige Problem bei einem Album darin besteht, dass es sich nicht in gängige Kategorien zwängen lässt, weiß man: Hier hat jemand alles richtig gemacht.