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Missouri

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Missouri sind erwachsen geworden. Nach dem trauernden Slow-Motion Erstling und dem experimentellen Nachfolger wußte man, Missouri sind auf der Suche. Alle Ecken der Musikgeschichte wurden bereist, jede Tür aufgetreten die man dabei fand. Von einer Live-Country-Platte bis hin zu technoiden Remixen wurde alles ausprobiert. Aus jungen Wilden sind Männer geworden, die eine eigene Vorstellung von Musik entwickelt und gleichzeitig eine neue Heimat gefunden haben.

Für Missouri ist dies ab nun tapete. Sie haben aber nicht nur ein neues Label sowie ein weiteres Mitglied in die Band aufgenommen (Carter Cain, auch Pedal Steel Spieler der Hamburger Band „Fink“), sondern sind auch fündig geworden auf ihrer Reise. Gereift und um ein Wesentliches der Weisheit näher, sowie ausgestattet mit einem uralten Buch für Voodoorituale sind sie wieder zuhause in Nürnberg/Hamburg angekommen und mischten dort im Bandeigenen Lonestar-Studio (unter anderem Plattenproduktionen von „Sin Ropas“, „Fink“, „Hidalgo“) einen Zaubertrank aus 70er Soul, 20er Blues und modernen Elektrobeats. Heiß brodelnd getrunken geht das Zeugs sofort in Kopf und Beine.

“Wenn unsere erste Platte eine Country-Platte war, unsere zweite eine Punk Scheibe, dann ist die neue unsere Pop-Platte. Obwohl …“ sagt Red, Sänger und Texter von Missouri (und übrigens auch neuer Musiker bei der Hamburger Band Fink), der nach wie vor ein hoffnungsloser Romantiker zu sein scheint („Get me away from here cause I am dying now / get me away from here cause I am dying to see you baby“ aus Sooner Or Later They`ll Get Any Of Us). Allerdings sind seine tief gehauchten Beschwörungen und Zauberformeln Welten entfernt von introvertierter Befindlichkeit. Sie haben eher den morbiden Charme einer Liebeserklärung an die exotisch und geheimnisvolle Tochter des Voodoopriesters aus dem Film „Angel Heart“. Ohnehin scheint Red alle Filme der letzten 80 Jahre in sich aufgesogen zu haben, um daraus eine eklektizistische und moderne Mischung zu machen, die in einem anderem Medium –der Musik- verabreicht wird.

Die Songs haben aber inzwischen nicht mehr nur die Funktion eines Soundtracks, sondern funktionieren auch alleine, jeder für sich. Missouri zelebrieren in ihnen ihre Liebe zum Alten (Vorbilder wie Marvin Gaye und Tony Joe White sind hier zu nennen) und die Lust am Ausprobieren neuer Strömungen (wichtiger Faktor dabei ist Multiboy Livemusiker und Hidalgo bzw. Robocop Kraus Mischer Christian „Wuschi“ Ebert sowie natürlich die wohl größte Sammlung analoger Beatboxen). Siehe auch die Coverversion von Ray Stevens Horror-Rockabilly Hits „Laughing Over My Grave“ aus den 50ern.

Missouri wollen Musik nicht neu erfinden, sondern neue Musik finden. Sie verbinden Country, Soul, Elektro, Pop und Ambient zu etwas , das so noch nicht zu hören war. Oder wann hatte Schwermut das letzte mal Swing? Wann haben wir chemische Beats unter Slide-Gitarren laufen hören? Wann schoben sich zackige Orgel Akkorde in gesungene Elegien? Diese Lieder verbreiten gleichzeitig gravitätische Dichte und luftige Weite. Sie sind dunkel, sanft drängend, mystisch. Es sind Geschichten aus einer Ecke, in der das Leben heilig gesprochen wird. Und irgendwie sind sie Pop. Allerdings Pop mit einer gehörigen Portion Coolness.

Missouri, das sind:

  • Red – Gesang, Gitarre, Keyboard, Orgel, Programmierung
  • Frank Mollena – Gitarre, Programmierung, Keyboard
  • Christian “Wuschi” Ebert – Orgel, Keyboard, Gesang
  • Carter Cain – Pedal Steel, Gitarre, Gesang