Carsten Jost
Album-CD - 2125-2
out Oct 01
Revolutionäre Kunst
Kunst heißt, Bewußtsein schaffen, Widersprüche entwickeln, Probleme aufzeigen, Lösungen provozieren. Kunst heißt, in individuelle und gesamtgesellschaftliche Prozesse eingreifen und immer wieder den Versuch der Klärung unternehmen, also Stellung zu beziehen. Nur diese Inhalte heben Kunst von billiger Propaganda ab. Propaganda und Produktwerbung unternehmen das Entgegengesetzte: keine Widersprüche, keine Entwicklung von Bewußtsein, nur der Versuch, Tatsachen zu vertuschen, einfache Lösungen zu bieten, zum Kaufrausch abzurichten, zur Gedankenlosigkeit zu verführen.
Aus “Suche nach Erkenntnis”, Publikation der Gruppe Kunst und Kampf, Göttingen 1986.
Meine Freundin Susanne Winterling schreibt mir:
“Im Minenfeld, wir sind die, die sich auf leisen Sohlen bewegen – düsteres Raunen, wir ahnen die Explosion und den Terror, den man nicht länger eindämmen kann, denn er zeigt sich an verschiedenen Orten und in diversen Kleidern, im Orchester des Motherboards, sowie bei den Bildermachern und denen mit elektronischen Pinseln, dann wieder die Filmmusik sanft an der Schulter. Im Tarngewand gefallen steht sie auf – Phoenix aus der Asche -die Hybris von etwas Eigenem an einem Morgen, an dem sich das Wetter ändern wird. Mit dem Wetter der Einbruch; da werden alle aufwachen müssen, aus den konformistischen Schlafstätten kriechen und es nicht für möglich halten: Wir kommen durchs Bewußtsein – das perzeptive und das cognitive – damit habt ihr nicht gerechnet in den Designhöhlen, und es wird weiß beschrieben sein. Kein tun kann sich der Politik entziehen. Zuviel Seichtes ist
herumgeplätschert, es bahnt sich der Widerstand – die Kunst zieht ihre Kinder der Zeit – nicht alle kämpfen mit den Waffen der Rüstungsindustrie.
Eine große Wohltat wird das Fensterputzen mit den Kieselsteinen, damit die einen, vielleicht die ganz vorne, klar sehen können…”
Und ich möchte nur noch hinzufügen, daß eines unserer wichtigsten Ziele die Entwicklung einer neuen (modernen) Widerstands-Kultur ist. Obwohl sich unser ästhetisches Verständnis von verbaler Musik mit direkten politischen Inhalten zur abstrakten non verbalen elektronischen Musik entwickelt hat, sehen wir darin keinen Widerspruch zur politischen Artikulation. Aktuell beziehen wir uns auf die Bewegung gegen die Globalisierung des Kapitals.
Wir sehen es als die Pflicht revolutionär konzipierter Musik/Kunst Projekte an – besonders, wenn sich das Kunstwerk formal abstrakt darstellt – jegliche ihnen zur Verfügung stehenden Medien (Titel, Texte, Bookletgestaltung,Videos…..etc) zur politischen Artikulation zu nutzen.
Der Macht der herrschenden Bilder die Kraft der Darstellung des Widerstandes entgegensetzen !
Mediale Realitäten angreifen !
Zusammen kämpfen.
Carsten Jost, August 2001
Carsten Jost You dont need a weatherman to know which way the wind blows
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