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TIMID TIGER & A PILE OF PIPERS

Album-CD - 17161-2
Album-Vinyl - 17161-1

out May 05

Passiert einem ja auch nicht sonderlich oft, dass man eine kleine Melodie pfeifend durch die Gegend schlendert, und dass diese Melodie einem den Moment versüßt und am Ende noch den Tag. Es ist zudem sehr selten, dass einen fröhlich gestimmte Musik auch wirklich fröhlich stimmt, weil das vordergründig Fröhliche oft falsch und unecht wirkt, und verarschen lassen wir uns ungern. Es gibt ihn also viel zu selten: den feinen, edlen, leichten Pop. Drum wird das Debütalbum der Kölner Musikgruppe Timid Tiger vielen Leute Freude machen, denn es hat all das: elegante Leichtigkeit, süße Melodien mit Haken für’s Hirn und – Humor.

Aber mal langsam jetzt: Timid Tiger sind Keshav Purushotham (Gesang, Gitarre), Christian Voß (Gitarre, Synthesizer), Evgeni Kouris (Synthesizer), Thilo Schmelzer (Bass) und Felix Günther (Schlagzeug, Flöten) und was sie hier machen, nennen sie Cartoon Pop. Das mit dem Pop ist klar: griffige Drei-Minuten-Songs und Hooks an jeder Ecke. Das mit dem Cartoon geht so: Der Timid Tiger ist ein Comic-Tiger und diese Platte ist der Soundtrack zu seinem Leben. Er ist ein ehrlicher Bursche und erlebt ganz normale Sachen. Die Welt des Tigers ist sehr bunt und schön überzeichnet – und so ist die Musik. Es quietscht und flötet, piept und trötet an allen Ecken. Das Keyboard trägt die Melodien, die Gitarre treibt rhythmisch, und die warme unaufgeregte Stimme von Sänger Keshav sorgt für den ruhigen Fluss in der Mitte. So verspielt und naiv das vordergründig wirkt, so komplex und ausgefeilt sind die Songs bei näherer Betrachtung. „Timid Tiger & A Pile Of Pipers“ ist niedlich aber nicht dumm, anhänglich aber nicht aufdringlich, geschmeidig aber nicht geleckt. Das ist schön.

Und das kam so: Keshav, Evgeni, Felix und Thilo spielten 1999 in der gemeinsamen Band Radio Voices. Im Sommer 2002 traf Keshav im Kölner Rose Club auf Christian, man visionierte und probierte sehr heftig herum. Zwei Jahre später erschien die EP „Timid Tiger & The Electric Treasure Box“ beim Kölner Label Highcat Records. Das Stück „Miss Murray“ lief im Radio, die Band spielte wo man sie ließ, ging auf Tour mit Graham Coxon (Ex-Blur), Phillipp Boa und allein. Dann kam Hamburg, L’Age D’Or, ein Studiobesuch, Zusammenarbeit mit Phil Vinall (Elastica, Placebo, Nova International) und nun dies – das Debüt.

Es geht los jetzt. Die Erlebnisse des Tigers zeichnet der deutsche Künstler Klaus Cornfield und hört nicht auf. Erste Bilder sind im Booklet der CD zu sehen. Die Konzerte der Band entwickeln sich derweil immer mehr zu irrwitzigen Performances mit Puppen, Viechern und Puppenviechern. Und hier also das Album – Musik mit Malen, eine Singalong-Hit-Box mit bildlichem Überbau, Cartoon Pop zum Tagverschönern. Passiert einem ja auch nicht sonderlich oft.

Timid Tiger TIMID TIGER & A PILE OF PIPERS
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