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Ascii.Disko

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Sein Erstlingsalbum unter jenem Pseudonym ASCII.DISKO erschien bereits 2003 auf L’AGE D’OR und wurde u.a. vom englischen DJ-Magazine zum „Album of the month February 2003“ erkoren. Es folgten Bookings, die ihn quer durch die Welt schickten – von Korea über Europa’s Metropolen bis nach Mexico und zurück. ASCII.DISKO ist LIVE oder als DJ eine derbe Mischung aus Electro, Wave, Techno, Pop und Rock.
Im Sommer 2004 hat es den Hamburger nach Madrid verschlagen, wo er nach wie vor lebt und arbeitet. Nun sind knapp 3 Jahre seit seinem Debüt vergangen und sein neues Album ALIAS erscheint nach langem Warten, diesmal auf dem Schwesterlabel LADOMAT 2000.

Die Assoziationen, die man mit den neuen Stücken des Albums verbindet, von dem es bereits eine Auskoppelung BLACK METAL EP gibt, sind eindeutig. Die eigenen Wurzeln sind unüberhörbar: von Heavy Metal bis Punk-Rock. Allerdings will ALIAS nicht einfach klischeehaft kategorisiert werden. Es ist kein Rock, das sich elektronischer Musik bedient. Der Rock war einmal und ist nun „wie ein Weinfleck“, den man nicht mehr rausbekommt. Elektro-Rock? Warum? Es ist vor allem Techno, der jene Grundstimmung, ob sie Elektro liefert oder Rock, mit seinen Mitteln wiedergibt. Man glaubt bisweilen laute Gitarren zu hören und irrt, denn, was da dröhnt, sind schwere Synthies, getragen von einer immer pushenden, unermüdlichen Bassdrum. Wie eben BLACK METAL, das gerade jene Rockelemente verkehrt und bis zum Äußersten treibt, unterschwellig immer die unerlässlichen Cow-Bells und die Vocals, die an alte New-York-Noise-Zeiten erinnern. ALIAS ist laut und manchmal leise zugleich. Es vermittelt in seiner Vielschichtigkeit den persönlichen Aspekt des Albums. ALIAS will ein Widerspruch sein, zwischen dem Rave, den ASCII.DISKO heraufbeschwört, und der Zurückgezogenheit der eigenen Person Daniel Holc. BAPHOMET, eine knarzige und böse Rave-Nummer, bringt es auf den Punkt: ASCII.DISKO ist auch die andere Seite – „filthy, dark, rough“. Die Ruhe innerhalb des Albums hingegen macht sich dort am deutlichsten, wo die Stimme warm, beinahe zurückhaltend auftritt, als stünde sie im Widerstreit zum ewig dominierenden Sound und scheint doch auf diese Weise ein Gleichgewicht zu schaffen, wie es CLOSER unter Beweis stellt. Eine langsam anrauschende Nummer, wie eine Fahrt durch die Nacht. Ähnlich bei HEY, wo sich die Vocals kaum beeindrucken lassen von der Schwere der Synthies, die sich anfühlen, wie ein tief sitzender Kater.
ALIAS ist mehr als pure Clubmusik, es ist die Verbindung zwischen der Ruhe, die den Künstler umgibt und der Ausgelassenheit, die jenen Ort bestimmt, wo seine Musik laut wird und mitreißt. ASCII.DISKO ist die persönliche Plattform, um sich eben mit ALIAS auf direktem Wege auf die Tanzfläche zu begeben, dort, wo jene Grundstimmung ausgelebt wird. Es widersetzt sich einer allzu sauberen Welt und stürzt sich geradewegs in die Freizügigkeit, die Lust, die Hingabe. Die Musik erscheint kopflos und genau das will es, ohne jemals gleichgültig zu sein und schafft ständig Rave-Momente, mal schmutzig und diffus, wie DIRTY! FILTHY! , mal eher minimal, aber extrem ansteckend, wie TZSSRRCK oder – angesteckt vom bleep-Sound – extrem funky, wie BLISS.

ASCII.DISKO verbindet seinen Background und den Status Quo seines künstlerischen Schaffens mit dem Drang des Clubmenschen von Heute nach Eskapismus, nach kollektiver Ausgelassenheit, nach Rave!